PR-Routinen: Wie du die Krise sinnvoll nutzen kannst

PR-Routinen: Wie du die Krise sinnvoll nutzen kannst

Bevor die Pandemie viele Kreativschaffende lahmgelegt hat, war es leichter, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Doch fast alle künstlerischen Anlässe fallen derzeit weg. Trotzdem ist die momentane Zeit zuhause ideal, um deine Sichtbarkeit voranzubringen. Mit selbstverständlichen PR-Routinen, über die du nicht lange nachdenken musst, kannst du die Krise sinnvoll nutzen.

Letztes Jahr konntest du noch auf ein Ziel hinarbeiten: Du hast ein Stück aufgeführt, bist auf der Bühne aufgetreten, hast eine Ausstellung eröffnet oder warst mit deiner individuellen künstlerischen Tätigkeit präsent.

Dieses Jahr ist alles anders. Wer in Kunst und Kultur unterwegs ist, ist durch das große C ausgebremst. Und so leidet nicht nur dein Geldbeutel, sondern auch deine Sichtbarkeit.

Was bringt es denn, sich jetzt mit Öffentlichkeitsarbeit zu beschäftigen, fragst du dich vielleicht. Bis auf wenige Online-Events findet nichts, was mit Kultur oder Kunst zu tun hat, derzeit statt. Also musst du auf nichts aufmerksam machen.

Beständigkeit ist der Weg zum Ziel

Klar, produzieren, üben, planen – das geht alles auch im Shutdown. Und muss ja sein. Aber PR? Was sollte denn jetzt ein Kontakt zur Presse nützen? Warum einen Newsletter verschicken, so ganz ohne Anlass? Wie langweilig ist das denn.

Ich kann gut verstehen, wenn du so denkst. Doch wenn du dich nun zurückziehst, besteht die große Gefahr, dass du aus der Übung kommst. Du weißt ja, dass Öffentlichkeitsarbeit nur dann mit nachhaltigem Erfolg belohnt wird, wenn du dich regelmäßig damit befasst.

Wenn du ehrlich bist: Zeit ist gerade nicht das Problem. Es ist eher die fehlende Struktur, die den Tag so dehnt; der mangelnde Anreiz, etwas anzuschieben; die Ungewissheit, wie es weitergeht – das zermürbt und kann dir jeglichen Elan nehmen, dich mit deiner Sichtbarkeit zu befassen.

Was hilft: PR-Routinen. Abläufe, die wir so automatisch abspulen, weil sie uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. So wie du morgens nach dem Aufstehen als erstes unter die Dusche gehst, deine Gymnastik machst oder den Kaffee aufsetzt, so selbstverständlich solltest du dich mit deiner Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen. Am besten jeden Tag. Das muss gar nicht lange dauern, aber eine tägliche Viertelstunde wäre schon einmal prima.

Mit anderen Worten: Momentan ist keine verlorene Zeit. Im Gegenteil: Diese ereignisarmen Wochen und Monate sind gut geeignet, um mit deiner Öffentlichkeitsarbeit zu starten oder sie zu vertiefen.

Hier fünf Tipps, welche täglichen PR-Routinen dich auf jeden Fall weiterbringen:

1. Lesen, schauen und hören

Schau dir möglichst viele Zeitungen und Zeitschriften an, ob darin Themen vorkommen, die mit deiner Kunst zu tun haben. Lies auch mal eine neue Zeitung, die du noch gar nicht kennst. Blättere in einer Bahnhofsbuchhandlung durch das große Angebot. Jeden Tag/Woche/Monat erscheinen so viele gedruckte Medien – die müssen alle mit interessanten Themen und Texten befüllt werden. Warum nicht auch mit einer Geschichte, in der etwas über dich erzählt wird?

Mach dir die Mühe und schalte tagsüber das Regionalfernsehen ein. Worüber wird in den einzelnen Sendungen berichtet? Ebenso Radio: Es gibt neben den Sendern mit Musikprogramm so viele, die Textbeiträge bringen. Höre dich da mal rein.

Nur mit offenen Augen und Ohren findest du die Medienkanäle, Sendungen und Rubriken, die für deine Thematik passen.

2. Für deinen Presseverteiler recherchieren

Dieser Punkt setzt den ersten voraus. Notiere dir, während du quer durch alle Medien liest, schaust und hörst, die Namen von Journalisten, die über deine Themen berichten. Recherchiere, wie du sie erreichen kannst und für welche Medien sie vielleicht noch tätig sind. Baue dir aus deinen Recherchen systematisch einen Presseverteiler mit interessanten Kontakten auf. Dies ist eine Aufgabe, der du dich regelmäßig und wiederkehrend widmen musst, denn es verändert sich ständig etwas: Neue Namen tauchen auf, Redakteure wechseln die Rubrik oder das Medium, oder du entdeckst Rubriken, die du bislang gar nicht als relevant erachtet hast. Mit täglicher Routine kommt du nach und nach zu guten Ergebnissen.

Hier sind weitere Tipps, wie du dir einen Presseverteiler erstellst.

3. Digitale Pressemappe organisieren

Falls noch nicht geschehen, richte auf deiner Website einen Bereich für die Presse ein. Hier sollte ein aktuelles Fotos von dir und von deinen Events oder deiner Kunst stehen, die in hoher Auflösung heruntergeladen werden können.

Ebenso sollte hier sowohl eine Kurzbiografie als auch eine ausführliche Erläuterung deiner künstlerischen Themen und deiner persönlichen Entwicklung zu finden sein.

Was andere Journalisten unter der Rubrik „Presse“ eher nicht interessiert, ist die Berichterstattung ihrer Kollegen. Die kannst du ja an anderer Stelle auf deiner Website präsentieren.

Diese Aufgabe ist vielleicht in einem Rutsch erledigt und hat deshalb unter „Routineaufgaben“ nicht so viel verloren. Doch die Pflege deiner Website sollte unbedingt zu deinen Routinen gehören, und im Rahmen dessen sollte auch deine digitale Pressemappe regelmäßig aktualisiert werden.

Warum du als Künstler eine Website brauchst, erkläre ich dir hier.

4. Texte zu deiner Kunst schreiben

Spätestens, wenn du auf deiner Website den Bereich „Presse“ einrichtest, wirst du einen Text brauchen, der deine Kunst näherbringt. Was inspiriert dich, auf welche Vorbilder berufst du dich, welche Technik und Materialien setzt du ein, wie arbeitest du, welche Entwicklung beruht auf welchen Erfahrungen etc.

Diese Inhalte sind an unterschiedlicher Stelle wichtig. Zum Beispiel, wenn du mit deinem Publikum sprichst oder mit Geschäftspartnern verhandelst. Und dieser Text ist wichtig, wenn sich ein Journalist einen Eindruck von dir verschaffen will, ohne lange rätseln und deuten zu müssen, um was es sich bei deiner Kunst dreht.

Es kann sein, dass du dir an dieser Stelle Hilfe holen mussst. Nicht jedem fällt es leicht, über sich zu schreiben. Manchmal hilft es, den Blick von anderen miteinzubeziehen. Nimm dir Zeit dafür. Vielleicht kannst du aus dieser Aufgabe eine regelmäßige Übung machen. So könnten Texte über deine aktuellen künstlerischen Themen entstehen, die du noch an anderer Stelle einsetzen kannst, z.B. in deinen Social-Media-Kanälen.

5. Langfristige Beziehungen aufbauen

In der Öffentlichkeitsarbeit es geht um Beziehungen, und die kannst du jeden Tag aufbauen. Statt nur in deinen Social-Media-Accounts zu scrollen, kannst du gezielt die Zeit nutzen und in Kontakt treten zu Menschen, die möglicherweise zu deinem Wachstum beitragen. Indem du interessante Posts kommentierst, mit eigenem Wissen ergänzt und so mit anderen in den Dialog kommst. Dadurch ist die Social-Media-Zeit nicht nutzlos vergeudet, sondern bringt dir einen langfristigen Mehrwert.

Hier ein paar Tipps, wie du Themen für Postings auf Social Media findest.

Hast du bereits Routinen in deiner Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet? Wie kommst du damit in dieser Zeit klar? Schreibe mir doch in den Kommentaren, wie du dich organisierst.

Beitragsbild: Polina Kovaleva / pexels

PR-Routinen: Wie du die Krise sinnvoll nutzen kannst

Bevor die Pandemie viele Kreativschaffende lahmgelegt hat, war es leichter, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Doch fast alle künstlerischen Anlässe fallen derzeit weg. Trotzdem ist die momentane Zeit zuhause ideal, um deine Sichtbarkeit voranzubringen. Mit selbstverständlichen PR-Routinen, über die du nicht lange nachdenken musst, kannst du die Krise sinnvoll nutzen.

Letztes Jahr konntest du noch auf ein Ziel hinarbeiten: Du hast ein Stück aufgeführt, bist auf der Bühne aufgetreten, hast eine Ausstellung eröffnet oder warst mit deiner individuellen künstlerischen Tätigkeit präsent.

Dieses Jahr ist alles anders. Wer in Kunst und Kultur unterwegs ist, ist durch das große C ausgebremst. Und so leidet nicht nur dein Geldbeutel, sondern auch deine Sichtbarkeit.

Was bringt es denn, sich jetzt mit Öffentlichkeitsarbeit zu beschäftigen, fragst du dich vielleicht. Bis auf wenige Online-Events findet nichts, was mit Kultur oder Kunst zu tun hat, derzeit statt. Also musst du auf nichts aufmerksam machen.

Beständigkeit ist der Weg zum Ziel

Klar, produzieren, üben, planen – das geht alles auch im Shutdown. Und muss ja sein. Aber PR? Was sollte denn jetzt ein Kontakt zur Presse nützen? Warum einen Newsletter verschicken, so ganz ohne Anlass? Wie langweilig ist das denn.

Ich kann gut verstehen, wenn du so denkst. Doch wenn du dich nun zurückziehst, besteht die große Gefahr, dass du aus der Übung kommst. Du weißt ja, dass Öffentlichkeitsarbeit nur dann mit nachhaltigem Erfolg belohnt wird, wenn du dich regelmäßig damit befasst.

Wenn du ehrlich bist: Zeit ist gerade nicht das Problem. Es ist eher die fehlende Struktur, die den Tag so dehnt; der mangelnde Anreiz, etwas anzuschieben; die Ungewissheit, wie es weitergeht – das zermürbt und kann dir jeglichen Elan nehmen, dich mit deiner Sichtbarkeit zu befassen.

Was hilft: PR-Routinen. Abläufe, die wir so automatisch abspulen, weil sie uns in Fleisch und Blut übergegangen sind. So wie du morgens nach dem Aufstehen als erstes unter die Dusche gehst, deine Gymnastik machst oder den Kaffee aufsetzt, so selbstverständlich solltest du dich mit deiner Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen. Am besten jeden Tag. Das muss gar nicht lange dauern, aber eine tägliche Viertelstunde wäre schon einmal prima.

Mit anderen Worten: Momentan ist keine verlorene Zeit. Im Gegenteil: Diese ereignisarmen Wochen und Monate sind gut geeignet, um mit deiner Öffentlichkeitsarbeit zu starten oder sie zu vertiefen.

Hier fünf Tipps, welche täglichen PR-Routinen dich auf jeden Fall weiterbringen:

1. Lesen, schauen und hören

Schau dir möglichst viele Zeitungen und Zeitschriften an, ob darin Themen vorkommen, die mit deiner Kunst zu tun haben. Lies auch mal eine neue Zeitung, die du noch gar nicht kennst. Blättere in einer Bahnhofsbuchhandlung durch das große Angebot. Jeden Tag/Woche/Monat erscheinen so viele gedruckte Medien – die müssen alle mit interessanten Themen und Texten befüllt werden. Warum nicht auch mit einer Geschichte, in der etwas über dich erzählt wird?

Mach dir die Mühe und schalte tagsüber das Regionalfernsehen ein. Worüber wird in den einzelnen Sendungen berichtet? Ebenso Radio: Es gibt neben den Sendern mit Musikprogramm so viele, die Textbeiträge bringen. Höre dich da mal rein.

Nur mit offenen Augen und Ohren findest du die Medienkanäle, Sendungen und Rubriken, die für deine Thematik passen.

2. Für deinen Presseverteiler recherchieren

Dieser Punkt setzt den ersten voraus. Notiere dir, während du quer durch alle Medien liest, schaust und hörst, die Namen von Journalisten, die über deine Themen berichten. Recherchiere, wie du sie erreichen kannst und für welche Medien sie vielleicht noch tätig sind. Baue dir aus deinen Recherchen systematisch einen Presseverteiler mit interessanten Kontakten auf. Dies ist eine Aufgabe, der du dich regelmäßig und wiederkehrend widmen musst, denn es verändert sich ständig etwas: Neue Namen tauchen auf, Redakteure wechseln die Rubrik oder das Medium, oder du entdeckst Rubriken, die du bislang gar nicht als relevant erachtet hast. Mit täglicher Routine kommt du nach und nach zu guten Ergebnissen.

Hier sind weitere Tipps, wie du dir einen Presseverteiler erstellst.

3. Digitale Pressemappe organisieren

Falls noch nicht geschehen, richte auf deiner Website einen Bereich für die Presse ein. Hier sollte ein aktuelles Fotos von dir und von deinen Events oder deiner Kunst stehen, die in hoher Auflösung heruntergeladen werden können.

Ebenso sollte hier sowohl eine Kurzbiografie als auch eine ausführliche Erläuterung deiner künstlerischen Themen und deiner persönlichen Entwicklung zu finden sein.

Was andere Journalisten unter der Rubrik „Presse“ eher nicht interessiert, ist die Berichterstattung ihrer Kollegen. Die kannst du ja an anderer Stelle auf deiner Website präsentieren.

Diese Aufgabe ist vielleicht in einem Rutsch erledigt und hat deshalb unter „Routineaufgaben“ nicht so viel verloren. Doch die Pflege deiner Website sollte unbedingt zu deinen Routinen gehören, und im Rahmen dessen sollte auch deine digitale Pressemappe regelmäßig aktualisiert werden.

Warum du als Künstler eine Website brauchst, erkläre ich dir hier.

4. Texte zu deiner Kunst schreiben

Spätestens, wenn du auf deiner Website den Bereich „Presse“ einrichtest, wirst du einen Text brauchen, der deine Kunst näherbringt. Was inspiriert dich, auf welche Vorbilder berufst du dich, welche Technik und Materialien setzt du ein, wie arbeitest du, welche Entwicklung beruht auf welchen Erfahrungen etc.

Diese Inhalte sind an unterschiedlicher Stelle wichtig. Zum Beispiel, wenn du mit deinem Publikum sprichst oder mit Geschäftspartnern verhandelst. Und dieser Text ist wichtig, wenn sich ein Journalist einen Eindruck von dir verschaffen will, ohne lange rätseln und deuten zu müssen, um was es sich bei deiner Kunst dreht.

Es kann sein, dass du dir an dieser Stelle Hilfe holen mussst. Nicht jedem fällt es leicht, über sich zu schreiben. Manchmal hilft es, den Blick von anderen miteinzubeziehen. Nimm dir Zeit dafür. Vielleicht kannst du aus dieser Aufgabe eine regelmäßige Übung machen. So könnten Texte über deine aktuellen künstlerischen Themen entstehen, die du noch an anderer Stelle einsetzen kannst, z.B. in deinen Social-Media-Kanälen.

5. Langfristige Beziehungen aufbauen

In der Öffentlichkeitsarbeit es geht um Beziehungen, und die kannst du jeden Tag aufbauen. Statt nur in deinen Social-Media-Accounts zu scrollen, kannst du gezielt die Zeit nutzen und in Kontakt treten zu Menschen, die möglicherweise zu deinem Wachstum beitragen. Indem du interessante Posts kommentierst, mit eigenem Wissen ergänzt und so mit anderen in den Dialog kommst. Dadurch ist die Social-Media-Zeit nicht nutzlos vergeudet, sondern bringt dir einen langfristigen Mehrwert.

Hier ein paar Tipps, wie du Themen für Postings auf Social Media findest.

Hast du bereits Routinen in deiner Öffentlichkeitsarbeit eingerichtet? Wie kommst du damit in dieser Zeit klar? Schreibe mir doch in den Kommentaren, wie du dich organisierst.

Beitragsbild: Polina Kovaleva / pexels

Eine Pressemeldung erstellen, die ankommt

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