Eine Boilerplate schreiben

Eine Boilerplate schreiben

Boilerplate, was ist das denn? Ein wesentlicher Bestandteil einer Pressemeldung ist die sogenannte Boilerplate, auch Abbinder genannt. Das ist ein kurzer Absatz mit den knackigsten Infos über dich und deine Kunst. Eine Art „Über mich“, nur nicht so ausführlich wie auf deiner Website. Das Witzige ist: Dieser Teil gehört zwar zur Pressemeldung, wird aber eher selten abgedruckt, oder zumindest nur wenige Informationen daraus. Denn er ist vor allem dafür da, die Redakteure schnell darüber zu informieren, was dich ausmacht. Damit sie dich einordnen können.

Warum du überhaupt Pressemeldungen schreiben solltest, erkläre ich dir hier.

Inhaltlich hat die Boilerplate also nichts mit der eigentlichen Pressemeldung zu tun. Sie gibt in wenigen Sätzen wieder, wer du bist und was du so machst. Bei einem Unternehmen steht da z. B. etwas über die angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen, über die Größe des Unternehmens, über Mitarbeiter- und Umsatzzahlen. Besonders bei jungen Unternehmen ist dann vielleicht noch etwas über die Gründungsstory zu lesen. Bei Künstlern ist es ein bisschen anders.

Was gehört bei einem Kunstschaffenden rein in so eine Boilerplate?

In einer Boilerplate sind die wesentlichen Fakten über dich als Künstlerin oder Künstler, Institution oder Gruppe zusammengetragen. Kurze biografische Angaben und wenige Sätze, die dein künstlerisches Schaffen beschreiben. Die Inhalte drehen sich um Fragen wie:

·        Wie und wo wurdest du ausgebildet?

·        Welche Arbeitstechnik verwendest du?

·        Womit beschäftigst du dich in deiner Kunst?

·        Kannst du Meilensteine nennen?

·        Was sind deine wichtigsten Ausstellungen / Auftritte / öffentlichkeitswirksame Aktionen?

·        Hast du ein Alleinstellungsmerkmal, etwas, was dich von anderen so richtig unterscheidet?

·        Wie lautet dein künstlerisches Statement in ein oder zwei Sätzen?

·        Gibt es eine Mission, die du verfolgst?

Es gibt keinen vorgeschriebenen Aufbau einer Boilerplate. Du legst den Inhalt und dessen Reihenfolge fest.

Wichtig ist, dass du nicht zu ausführlich wirst, sondern dich auf die wesentlichen Dinge konzentrierst. Deine Boilerplate ist so etwas wie dein Elevator Pitch – wie bei einem Fahrstuhlgespräch hast du sieben Sekunden Zeit, um dich jemandem vorzustellen. Ein Redakteur hat ebenfalls nicht mehr Zeit, um sich ein Bild von dir zu machen. Er erhält so viele Pressemeldungen am Tag, dass er das meiste nur überfliegen kann.

Deshalb lass alles weg, was nicht unmittelbar wichtig ist, um dich kennenzulernen und sich einen Eindruck von dir zu verschaffen.

Gibt es eine optimale Länge?

Wie lang deine Boilerplate ist, entscheidest natürlich auch du. Aber Pi mal Daumen sollten es nicht mehr als 4 bis 5 Sätze sein bzw. 50 bis 100 Wörter.

„Gehört das Alter dazu?“ werde ich manchmal gefragt? Aus journalistischer Sicht finde ich es hilfreich, das Geburtsjahr zu kennen, weil ich dann Rückschlüsse auf die Erfahrung ziehen und diese in Relation zu den anderen Angaben setzen kann. Aber niemand zwingt dich dazu. Lass das Alter weg, wenn du meinst, dass diese Zahl Vorurteile wecken könnte.

Ganz am Ende gibst du deine Website an. Dort kann sich jeder weiter informieren, dem diese Boilerplate zu kurz war. Und dort kannst du ausführlich über alles berichten, was du als erwähnenswert einstufst. Auf der Website hast du ja hoffentlich einen besonderen Bereich mit Informationen für Medienvertreter eingerichtet.

Lies hier: Was rein muss in den Pressebereich auf deiner Website

Wie schreibst du diese Boilerplate?

Die Sprache ist so, wie die ganze Pressemeldung auch: faktenbasiert und sachlich. Es geht hier nicht darum, dich als supertoller Künstler darzustellen, der von allen beneidet wird. Prüfe also die Sätze auf Adjektive, die werblich klingen, und auf Übertreibungen. Sei auch vorsichtig mit komplizierten kunsttheoretischen Auslassungen über dein Werk, denn das versteht nicht jeder.

Wenn du mit dem Schreiben nicht vorankommst, nimm einfach die obigen Fragen und tue so, als ob dich jemand interviewt. Da müsstest du ja auch Antworten geben.

Um die eigentliche Pressemeldung von der Boilerplate abzugrenzen, schreibe nach dem Pressemeldungstext einfach eine kurze Überschrift wie „Über Vorname Nachname“, oder „Zum Künstler / Zur Künstlerin“.

Einmal schreiben, immer wieder nutzen

Wenn du deine Boilerplate einmal formuliert hast, so dass du zufrieden damit bist, hast du einen großen Schritt zur fertigen Pressemeldung getan. Denn über diesen Teil brauchst du dir zukünftig keinen Kopf mehr zu zerbrechen.

Von Zeit zu Zeit solltest du allerdings schauen, ob die Daten noch aktuell sind. Gibt es vielleicht ein Event, das zu deinem Renommee beiträgt und hier noch nicht genannt ist, oder ein Auslandsaufenthalt, der dich künstlerisch weitergebracht hat? Dann ergänze diese Daten, vielleicht kannst du dafür etwas anderes rauslassen. Denn länger sollte der Text ja nicht werden.

Beitragsbild: Anne Nygard / Unsplash

Eine Boilerplate schreiben

Boilerplate, was ist das denn? Ein wesentlicher Bestandteil einer Pressemeldung ist die sogenannte Boilerplate, auch Abbinder genannt. Das ist ein kurzer Absatz mit den knackigsten Infos über dich und deine Kunst. Eine Art „Über mich“, nur nicht so ausführlich wie auf deiner Website. Das Witzige ist: Dieser Teil gehört zwar zur Pressemeldung, wird aber eher selten abgedruckt, oder zumindest nur wenige Informationen daraus. Denn er ist vor allem dafür da, die Redakteure schnell darüber zu informieren, was dich ausmacht. Damit sie dich einordnen können.

Warum du überhaupt Pressemeldungen schreiben solltest, erkläre ich dir hier.

Inhaltlich hat die Boilerplate also nichts mit der eigentlichen Pressemeldung zu tun. Sie gibt in wenigen Sätzen wieder, wer du bist und was du so machst. Bei einem Unternehmen steht da z. B. etwas über die angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen, über die Größe des Unternehmens, über Mitarbeiter- und Umsatzzahlen. Besonders bei jungen Unternehmen ist dann vielleicht noch etwas über die Gründungsstory zu lesen. Bei Künstlern ist es ein bisschen anders.

Was gehört bei einem Kunstschaffenden rein in so eine Boilerplate?

In einer Boilerplate sind die wesentlichen Fakten über dich als Künstlerin oder Künstler, Institution oder Gruppe zusammengetragen. Kurze biografische Angaben und wenige Sätze, die dein künstlerisches Schaffen beschreiben. Die Inhalte drehen sich um Fragen wie:

·        Wie und wo wurdest du ausgebildet?

·        Welche Arbeitstechnik verwendest du?

·        Womit beschäftigst du dich in deiner Kunst?

·        Kannst du Meilensteine nennen?

·        Was sind deine wichtigsten Ausstellungen / Auftritte / öffentlichkeitswirksame Aktionen?

·        Hast du ein Alleinstellungsmerkmal, etwas, was dich von anderen so richtig unterscheidet?

·        Wie lautet dein künstlerisches Statement in ein oder zwei Sätzen?

·        Gibt es eine Mission, die du verfolgst?

Es gibt keinen vorgeschriebenen Aufbau einer Boilerplate. Du legst den Inhalt und dessen Reihenfolge fest.

Wichtig ist, dass du nicht zu ausführlich wirst, sondern dich auf die wesentlichen Dinge konzentrierst. Deine Boilerplate ist so etwas wie dein Elevator Pitch – wie bei einem Fahrstuhlgespräch hast du sieben Sekunden Zeit, um dich jemandem vorzustellen. Ein Redakteur hat ebenfalls nicht mehr Zeit, um sich ein Bild von dir zu machen. Er erhält so viele Pressemeldungen am Tag, dass er das meiste nur überfliegen kann.

Deshalb lass alles weg, was nicht unmittelbar wichtig ist, um dich kennenzulernen und sich einen Eindruck von dir zu verschaffen.

Gibt es eine optimale Länge?

Wie lang deine Boilerplate ist, entscheidest natürlich auch du. Aber Pi mal Daumen sollten es nicht mehr als 4 bis 5 Sätze sein bzw. 50 bis 100 Wörter.

„Gehört das Alter dazu?“ werde ich manchmal gefragt? Aus journalistischer Sicht finde ich es hilfreich, das Geburtsjahr zu kennen, weil ich dann Rückschlüsse auf die Erfahrung ziehen und diese in Relation zu den anderen Angaben setzen kann. Aber niemand zwingt dich dazu. Lass das Alter weg, wenn du meinst, dass diese Zahl Vorurteile wecken könnte.

Ganz am Ende gibst du deine Website an. Dort kann sich jeder weiter informieren, dem diese Boilerplate zu kurz war. Und dort kannst du ausführlich über alles berichten, was du als erwähnenswert einstufst. Auf der Website hast du ja hoffentlich einen besonderen Bereich mit Informationen für Medienvertreter eingerichtet.

Lies hier: Was rein muss in den Pressebereich auf deiner Website

Wie schreibst du diese Boilerplate?

Die Sprache ist so, wie die ganze Pressemeldung auch: faktenbasiert und sachlich. Es geht hier nicht darum, dich als supertoller Künstler darzustellen, der von allen beneidet wird. Prüfe also die Sätze auf Adjektive, die werblich klingen, und auf Übertreibungen. Sei auch vorsichtig mit komplizierten kunsttheoretischen Auslassungen über dein Werk, denn das versteht nicht jeder.

Wenn du mit dem Schreiben nicht vorankommst, nimm einfach die obigen Fragen und tue so, als ob dich jemand interviewt. Da müsstest du ja auch Antworten geben.

Um die eigentliche Pressemeldung von der Boilerplate abzugrenzen, schreibe nach dem Pressemeldungstext einfach eine kurze Überschrift wie „Über Vorname Nachname“, oder „Zum Künstler / Zur Künstlerin“.

Einmal schreiben, immer wieder nutzen

Wenn du deine Boilerplate einmal formuliert hast, so dass du zufrieden damit bist, hast du einen großen Schritt zur fertigen Pressemeldung getan. Denn über diesen Teil brauchst du dir zukünftig keinen Kopf mehr zu zerbrechen.

Von Zeit zu Zeit solltest du allerdings schauen, ob die Daten noch aktuell sind. Gibt es vielleicht ein Event, das zu deinem Renommee beiträgt und hier noch nicht genannt ist, oder ein Auslandsaufenthalt, der dich künstlerisch weitergebracht hat? Dann ergänze diese Daten, vielleicht kannst du dafür etwas anderes rauslassen. Denn länger sollte der Text ja nicht werden.

Beitragsbild: Anne Nygard / Unsplash

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